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Abenteuer nach Aguas Calientes (30./1. Juli)

Um 6 Uhr früh mussten wir aufstehen und uns zum Busbahnhof aufmachen. Die Abreise war um 7 Uhr geplant, in Wahrheit fuhr der Bus aber erst um 8:15 los und brauchte nicht nur vier, sondern sieben Stunden, bis wir endlich in Santa María ankamen. (Typisch Südamerikaner...) Dafür konnten wir aber eine prachtvolle Landschaft genießen und der Busfahrer fuhr für einen Peruaner sogar relativ anständig. In Santa María nahmen wir uns ein Taxi, ein altes kleines, schäbiges Auto, das in einem Höllentempo eine gefährliche Gebirgsstraße entlang fuhr. Vor jeder unübersichtlichen Kurve wurde nicht gebremst, sondern einfach nur wild gehupt, damit jeder Bescheid wusste, dass ein Auto auf der anderen Seite entgegen kommt. Vierzig Minuten klammerte ich mich in Todesangst an meinen Sitz fest, bis wir endlich ankamen. Von Hidro Electrica geht eigentlich ein Zug bis nach Aguas Calientes, aber nachdem der teuer war und wir unseren Ausflug möglichst "untouristisch" und preisgünstig gestalten wollten, wanderten wir zwei Stunden zu Fuß die Schienen entlang, bis wir in Aguas Calientes ankamen und uns zu dritt (mit einem verrückten Kanadier aus Québec) in ein billiges Hostel einquartierten. Aufgrund des Kanadiers, der so wahnsinnig laut und störend schnarchte, hatten wir fast kein Auge zu getan. Um vier Uhr früh standen wir schon wieder auf und wanderten zum Eingang von dem Bereich, wo man den Weg nach Machu Picchu losging. Es regnete leider ungemütlich und es war stockdunkel und neblig. Erst um 6 Uhr ließen die Wärter uns hinein (dafür waren wir die allerersten) und so stürmten sich alle auf den steilen Weg, für den man anscheinend zwei Stunden brauche. Wie verrückt rannten wir in 45 Minuten ca. 2000 Stufen in Zick-Zack-Form hinauf, bis wir schweißgebadet und schnaufend am Eingang ankamen und wieder warten mussten. 10 Minuten später kamen die Busse an, die die bequemeren Touristen hinauf brachten. Oben angekommen, sahen wir genau ein bis zwei Mauerblöcke, der Rest war Nebel!!! Ziemlich enttäuscht gingen wir die ganze "Stadt" von Machu Picchu durch und lasen uns in unserem Reiseführer die Erklärungen zu den einzelnen Abschnitten und Bauten durch. Zirka zwei Stunden brauchten wir für eine ganze Runde. Es war sehr interessant, zu erfahren, wie die Inka damals lebten, wie sie ihre Häuser konstruierten und verschiedene Techniken verwendeten. Erst 1911 wurde diese verlorene Stadt wieder entdeckt! Ein absolutes Highlight war, wie wir uns nach dem harten und für mich nervenraubenden Aufstieg auf den Berg über Machu Picchu (meiner erster 3000er!) mit Tomate, Avocado, Zitrone und Salzkeksen einen köstlichen Guacamole-Dip gönnten und zusahen, wie der Nebel zunehmend aufstieg und uns die schönste Aussicht auf Machu Picchu und die Umgebung ermöglichte. Mitten am Berg hörte der Wächter mit seinem kleinen Radio den Sportreporter, der gerade lauthals "Gooooooool" verkündete. Am Weg zurück nach Hidro Electrica beeilten wir uns beim Gehen, damit wir noch rechtzeitig unsere Busse erreichten. Nach der Taxi-Horrorfahrt buchten wir die Rückreise nach Cusco in einem VW-Bus, der erst losfahren wollte, wenn er vollgefüllt ist. Deshalb fuhren wir erst zwei Stunden später ab; mit dem Risiko, zu einer wirklich ungünstigen Zeit in einem gefährlichen Viertel in Cusco anzukommen. Zum Glück konnten wir mit dem Fahrer verhandeln, dass er uns in die Nähe von unserem Hostel bringt und doch noch alles gut ging. Erschöpft fielen wir in unsere Betten und schliefen sofort ein.

9.7.14 19:28

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